Berge die Zweite - war wieder gut ...
- fsv95fal-ke
- vor 4 Tagen
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Es war kein Spiel für Edeltechniker - der Rasen schwer, das Tempo hoch und der Gegner wie schon in der ersten Partie eher rustikal unterwegs - und trotzdem konnten die Fans eine spannende Partie mit zahlreichen Chancen und immerhin einem Unentschieden bestaunen.
Keinesfalls geknickt von der vorangegangenen Niederlage zeigten sich die Falken von Beginn an kämpferisch und setzten der Berger Abwehr von Minute 1 an ziemlich zu. Vor allem der Keeper hatte gut zu tun. Aber auch das Aluminium hatte schwer zu leiden, besonders Devin setzte ihm mehrfach und mit voller Wucht zu, was bei den Fans insbesondere kurz vor Schluss der Partie fast Schnappatmung auslöste. Hatte er doch den Siegtreffer gleich mehrfach auf dem Fuß, doch es sollte einfach nicht sein, selbst die Physik war gegen ihn. So setzte er einen Ball gekonnt an den Innenpfosten, der aber gegen alle Wahrscheinlichkeit wieder raushüpfte.

So war auch keiner überrascht, als in der 10. Minute der Führungstreffer für die Gäste fiel.

Trotz der Pechsträhne hielten die Fans Devin für den Torschützen zum Ausgleich in der 18. Minute, doch die Schiedsrichter erkannten auf Eigentor. Und nur acht Minuten später traf er dann doch selber zum 2:1- Halbzeitstand.
Auch wenn Zählbares nicht heraussprang, lieferten die Falken ab. "Die haben gut gespielt" - kurz und trocken fasste die Falkenrehder Fußballlegende Frank Edeling die Partie zusammen. Dauergast Herbert brauchte für die Bewertung keine Worte, er zeigte nur "OK" und küsste seine Fingerspitzen. Fußball für Genießer, jedenfalls in weiten Teilen.
Und das bei herben Verlusten. Schon nach der ersten Viertelstunde musste Marcel verletzt den Platz verlassen, der die Angriffe der Bergener ebenso souverän und robust abwehrte, wie diese sie vortrugen. Der eingewechselte Micha Schwarz kompensierte den Ausfall und hielt die Verteidigung am Laufen, vor allem in der zweiten Halbzeit nach dem unfreiwilligen Ausscheiden von Max, der für einen zweikampfhandelsüblichen Schultercheck die rote Karte bekam. Der Schiedsrichter war überzeugt davon, dass der außerhalb des Spielfeldes stattgefunden hatte, was er - insoweit nachvollziehbar- für eine grobe Unsportlichkeit hielt. Die Ansage von einem der Linienrichter vor den Ohren der entsetzten Falkefans, der von einem "Tritt mit offener Sohle" und schwerer Verletzung ("wenn das mal nicht ein offener Bruch ist") sprach, ist also sehr, sehr schlecht gealtert, brachte aber den Puls der Zuhörenden in schwer erreichbare Höhe.

Denn ansonsten blieben die Schiedsrichterentscheidungen freundlich formuliert oftmals undurchsichtig, aber folgenreich. Gegen Ende der zweiten Halbzeit mussten gleich zwei Berger Spieler den Platz verlassen, die nach Meinung der Falkefans schon viel früher hätten angezählt werden müssen, nach Meinung der Berger zu Unrecht rausgeschickt wurden. Wen wundert`s da, dass die jeweiligen Fanbases unisono über die Schiris schimpften, und selbst der Falke-Vize (Motto: "Ich bewundere das Engagement der Schiedsrichter") war dieses Mal richtig angep.....t.
Wer allerdings meinte, die Messen seien für die Falken bereits gesungen, sah sich getäuscht. Sie drehten sie noch mehr auf, auch wenn aus Sicherheitsgründen der sehr engagierte Florian Braune, der außen wirbelte und sich flott in die Zweikämpfe stürzte, durch Stefan Romeis ersetzt wurde, der der Abwehr für die bevorstehende Halbzeit in Unterzahl die nötige Stabilität gab.
Und während hinten so gut wie möglich abgewehrt und die Berger in zunehmende Verzweiflung getrieben wurden, was ihnen in der zweiten Halbzeit eine Rote, eine Gelb-Rote und vier Gelbe einbrachte, versuchten Mittelfeld und Angriff das Unmögliche: Sprintend und trotz des mäßigen Geläufs dribbelnd vor's Tor und rein die Bude. Letzteres klappte nicht so, ersteres erstaunlich gut. Ob Lemmi, der mit seiner Ballbeherrschung immer wieder mehrere Gegner beschäftigte, Denny, der sich wie ein Aal durch die Reihen der Berger schlängelte oder auch Marc, der (mit Ball) nicht nur rannte wie ein Hase (ohne), sondern auch akrobatisch Ballannahmen und - abgaben inszenierte - sie versetzten die Fans derartig in Begeisterung, dass diese den Ausgleich durch Berge schon fast nicht mehr zur Kenntnis nahmen, weil der Run auf das Gästetor soviel ansehnlicher war.







































